Alles Schöne ist ein Gleichnis.

 26. 3. 2008

 

Etwas Schönes, ein schönes Gesicht ein schöner Sonnenuntergang erfreut uns, und lässt unser Herz höher schlagen.

Schönheit, sichtbare, erfahrbare ruft ein inneres Wohlgefühl ein inneres Glücksgefühl auf Und zugleich ist es gerade das Schöne das mehr noch und stärker noch als anderes von der Vergänglichkeit bedroht ist. Oh Augenblick verweile doch du bist so schön.

Wir werden fasziniert vom Schönen, wie in den Bann gezogen, doch zugleich lässt sich das Schöne nicht richtig festhalten, es ist manchmal da, ganz nah, doch immer wieder entschwindet es uns.

Hinter allem Schönen, das wir in besonderen Glücksmomenten erfahren, lässt sich etwas von der vollkommenen Schönheit erahnen, die hinter den Schönheiten dieser Welt verborgen liegt.

Von Katharina von Siena wird berichtet, dass sie einen wunderschönen Sonnenaufgang betrachtete und dabei tief gerührt zu weinen begann. Ihr Begleiter fragte sie warum sie denn weine? Und sie gab zur Antwort: Wenn schon dieser Sonnenaufgang so schön ist, wie wunderschön erst muss derjenige sein, der die Sonne auf und untergehen lässt.“


Alle Schönheit dieser vergänglichen, und uns immer neu entschwindenden Welt ist Gleichnis: Gleichnis einer ewigen, einer letzten und vollkommenen Schönheit.

 

Hören wir die Worte jenes Wanderers der durch die Länder zog, immer deren Schönheit auf der Spur, wie ein Blinder, doch voll Sehnsucht sie zu sehen: Ich sah Kinder spielen, mit leuchtenden Gesichtern und hellem, klaren Lachen. Ich trat hinzu ein paar Schritte, und doch trat ich nicht wirklich ein in ihr frohes Spiel. Freudige Wehmut nach meiner Kindheit erfüllt mein Herz, doch ich bin nicht mehr Kind.

Ich wandere weiter und komme zu einer wunderschön blühenden Wiese in der sanften Frühlingssonne, mein Herz erblüht, welche Wohltat nach dem langen Winter, doch ach, eine Wolke schiebt sich vor der Sonne, und die Wiese sieht aus wie jede Weise. Dann steige ich hinauf auf in die Berge, zu einem tiefblauen Bergsee. Du lässt mich lagern auf grünen Auen und führst mich zum Ruheplatz am Wasser: wie schön ist doch diese Welt. Und die Sonne brennt auf meinen Kopf, ich brauche einen Schluck Wasser.

Ich steige hinauf zum Aussichtspunkt, wunderbar diese Sicht auf die vielen Viertausender. Höher noch möchte ich steigen, weiter noch möchte ich sehen. Und ich erinnere mich an jenen Freund abgestürzt in den Bergen, ein Felsbrocken hat sich gelöst und riss ihn mit in die Tiefe. Da sitze ich plötzlich in der schönen Einsiedler Klosterkirche. Der Organist bringt die ganze Kirche zum Erklingen, die Engel und die Farben beginnen zu tanzen.

Wir sind Wandrer in dieser Welt, Wandrer auf der Suche nach der Schönheit, nach IHM.